Castortransport in Deutschland erwartet Drucken
Greenpeace-Aktivisten protestieren entlang der Bahnstrecke
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Foto: Daniel Schäfer/Greenpeace
Karlsruhe, 24.11.2011 – Voraussichtlich heute Vormittag wird der Castortransport aus dem französischen La Hague die deutsch-französische Grenze passieren. Trotz der bisher nicht genau bekannten Streckenführung bereiten sich Greenpeace-Aktivisten auch in Karlsruhe auf das Eintreffen des Castor-Zugs vor. Sobald sich der Transport der deutsch-französischen Grenze nähert, beginnt eine Mahnwache vor dem Karlsruher Hauptbahnhof, die solange aufrecht erhalten wird, bis der Zug die Stadt passiert hat oder eine alternative Route nimmt.

„Durch unsere Aktion an der Transportstrecke wollen wir die Bevölkerung auf die nach wie vor ungelöste Endlagerfrage und auf die Gefahren eines solchen Transports für die Bevölkerung sowie die eingesetzten Polizeibeamten aufmerksam machen.“, sagt Dr. Wolfgang Mexner, Energieansprechpartner von Greenpeace Karlsruhe. „Durch weitere Einlagerungen in Gorleben wird darüber hinaus der Versuch unternommen, in der Endlagerfrage Fakten zu schaffen. Dieses Verhalten steht im deutlichen Widerspruch zu der angekündigten ergebnisoffenen Endlagersuche“

Der Transport besteht aus elf Behältern des Typs HAW 28 M mit hochradioaktivem Atommüll aus der Plutoniumfabrik in La Hague und enthält  ein vielfaches der Menge an Radioaktivität, die in Fukushima freigesetzt wurde. Trotz der massiven Abschirmung der Castoren kann ein Mensch innerhalb von zehn Stunden in ein bis zwei Metern Entfernung die zulässige Jahresdosis von einem Millisievert erhalten. Dies stellt vor allem für die in unmittelbarer Nähe des Castor-Zugs eingesetzten Polizeibeamten und Polizeibeamtinnen ein Risiko dar.

Die unabhängige Umweltschutzorganisation Greenpeace wirft dem niedersächsischen Umweltministerium (NMU) vor, trotz ungeklärter Strahlenwerte am Zwischenlager Gorleben den Transport ungerechtfertigt genehmigt zu haben. In einer Analyse der vorliegenden Messwerte zeigte die Umweltschutzorganisation, dass es bis Jahresende zu einer Grenzwertüberschreitung am Zwischenlager kommen wird und eine weitere Einlagerung von Atommüll daher nicht zulässig ist. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ kommt selbst der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags zu dem Schluss, die NMU-Bewertungen der Messergebnisse seien „wenig überzeugend“ und „unwissenschaftlich“.  Die Zustimmung zur Einlagerung weiterer Castoren sei daher möglicherweise unzulässig.