Stimmen für einen Nationalpark im Ländle
Baden-Württemberg muss seiner Pflicht zum Waldschutz nachkommen

Karlsruhe, 21.04.2012 – Um den Schwarzwald dauerhaft zu schützen, fordern heute Greenpeace-Aktivisten im ganzen Land die Einrichtung eines Nationalparks. In Karlsruhe, Stuttgart, Heidelberg, Ulm und sechs weiteren Städten geben sie Baden-Württembergern die Möglichkeit, sich für einen Nationalpark aussprechen. Auf ca. ein mal zwei Meter großen Transparenten können die Bürger unterschreiben. „Mit dieser Aktion haben auch Menschen außerhalb des Schwarzwaldes die Möglichkeit, sich für die Einrichtung eines baden-württembergischen Nationalparks zu engagieren“, sagt Roland Mutterer, Wald-Ansprechpartner von Greenpeace Karlsruhe. „Ein Nationalpark ist wichtig für das Überleben vieler Tier- und Pflanzenarten und den Klimaschutz. Deshalb hat er für das gesamte Bundesland eine große Bedeutung.“

Greenpeace sieht im Schwarzwald ein Suchgebiet für den ersten Nationalpark Baden-Württembergs. Auf 75 Quadratkilometern soll sich die Natur ohne menschliche Einwirkung entwickeln. Nationalparks fördern die Artenvielfalt, da sie ungestörte Lebens- und Rückzugsräume bieten. Wälder, die sich selbst überlassen werden, können sich zudem auf natürliche Weise an den Klimawandel anpassen und erlauben dadurch wichtige Rückschlüsse für eine zukunftsfähige Waldbewirtschaftung. Die Erfahrungen aus anderen Nationalparks, wie dem Bayerischen Wald, lassen ebenfalls wertvolle Impulse für den Tourismus und den regionalen Arbeitsmarkt erwarten.

Mit einem Waldanteil von knapp 40 Prozent steht Baden-Württemberg in der Pflicht zum Schutz des deutschen Waldes. Die grün-rote Landesregierung hat im Koalitionsvertrag erklärt, dass sie die Einrichtung eines Nationalparks anstrebt. Doch bislang gibt es weder konkrete Maßnahmen noch ein Gesamtkonzept für den Waldschutz, um der nationalen Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung gerecht zu werden. In dieser ist seit 2007 festgelegt, dass Deutschland bis 2020 den Waldschutz verbessern und zehn Prozent seiner Wälder schützen muss. Diese Strategie wurde 2010 von allen Fraktionen des Bundestags noch einmal bestätigt.

Die Umweltschützer fordern neben der Einrichtung eines Nationalparks im Schwarzwald, die übrigen 90 Prozent der Staatswaldflächen naturnah zu bewirtschaften. Dabei sollen die Kriterien des Forest Stewardship Councils (FSC) gelten, der auch unabhängige Kontrollen vorsieht.

Mehr Informationen finden Sie in unserem Factsheet "Ein Nationalpark für Baden-Württemberg!" sowie der Greenpeace-Studie "Deutschlands internationale Verantwortung: Rotbuchenwälder im Verbund schützen".